Von Lehrperson · 23.02.2026 · 👁 8
Das heute vor allem als Restaurant bekannte Weiherschloss Bottmingen geht auf eine hochmittelalterliche Burganlage zurück. Im 18. Jahrhundert erhielt es sein heutiges Aussehen im Stil eines französischen Barockschlosses. Gleichzeitig wurde im Süden der Anlage ein entsprechender Garten angelegt, dessen Überreste 2001 untersucht wurden. Überraschenderweise war das Becken des zentralen Zierbrunnens noch erstaunlich gut erhalten.
Eine mittelalterliche Talburg
Das Weiherschloss Bottmingen ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. In seinem Kern geht es wohl auf eine Burganlage des späteren 13. Jahrhunderts zurück. Das regelmässige Mauergeviert mit Türmen an den Ecken stand schon damals im Wasser; ausserhalb befanden sich – ungeschützt – die dazugehörigen Ökonomiebauten. Die ältesten bekannten Besitzer, die Kämmerer (1363), zählten zum baslerischen Adel und versahen dort – wie ihr Name verrät – ein bischöfliches Hofamt. 1409 wurde die Burg im Konflikt zwischen Katharina von Burgund und der Stadt Basel niedergebrannt. Nach mehreren Besitzerwechseln im 15./16. Jahrhundert erlebte die Anlage in der Talniederung der Birsig im 17. und 18. Jahrhundert eine neue Blüte.
Ausbau zur barocken Residenz
Johann Christoph von der Grün, ein pfälzischer Adeliger, Generaladjutant im Heer Herzog Bernhards von Weimar, kaufte das Schloss 1645 und baute es zu seinem Alterssitz im Stil des deutschen Frühbarocks um. Johann Georg Deucher, ein Bürger aus Steckborn, der mit dem Handel von Mississippi-Aktien reich geworden war, gestaltete es ab 1720 schliesslich «in ein königliches Schloss oder Louvre, mit Tapeziererei, Gemälden, Hausrath und Schwanen» um. Einzig der südwestliche Trakt hat seinen ursprünglichen, mittelalterlichen Charakter einigermassen bewahrt. Zur barocken Residenz französischen Gepräges gehörten neben dem Weiherschloss mehrere umliegende Ökonomiegebäude und Gärten.
Ein französischer Lustgarten
Indem Deucher im Schloss einen rückwärtigen Ausgang einrichten liess, der über eine zweite Zugbrücke führte, schuf er eine axiale Anlage. Gegenstück zum Hauptzugang im Norden mit Vorhof und zwei Gitterportalen wurde ein symmetrisch angelegter, französischer Garten im Süden. Auf der Ostseite des Weihers kamen Stallungen, Orangerien und Gewächshäuser hinzu. Der Gutshof im Westen, jenseits der Birsig, wurde architektonisch mit dem Schloss verbunden. Im späten 19. Jahrhundert musste der Barockgarten gemäss der vorherrschenden Mode einer Parkanlage im landschaftlichen Stil weichen.
Gartenarchäologie
Anfangs der 21. Jahrhunderts wollte man der Gartenbereich aufwerten und die gestalterische Komposition vereinheitlichen. Zuvor führte die Archäologie Baselland in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege eine kleine Sondiergrabung durch, um herauszufinden, wieviel vom Barockgarten im Boden noch erhalten ist. Es zeigte sich, dass der Verlauf von Wegen und Hecken vor allem im Südwestteil durchaus noch erkennbar ist. Auch kleine Fundamente, auf denen alten Abbildungen zufolge steinerne Obelisken und Vasen standen, konnten zum Teil noch festgestellt werden. Spektakulärster Fund war jedoch ohne Zweifel das Becken des zentralen Zierbrunnes, das in erstaunlich gutem Zustand im Boden erhalten blieb.
Quelle: Baselland Tourismus
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